Schalten und Melden - oder die Entwicklungsstufen einer digitalen Modellbahn
Sehr häufig beginnt die "Digitalisierung" einer Modellbahnanlage mit der Umstellung des Fahrbetriebs auf eine digitale Mehrzugsteuerung. Die neuen Spiel- und Betriebsmöglichkeiten, die sich durch das unabhängige Fahren mehrerer Lokomotiven auf ein und dem selben Gleisabschnitt bieten, sind beeindruckend! Meist stellt das Schalten der Weichen und Signale per Digitalsystem dann die nächste Stufe dar. Der per Interface angeschlossene PC bietet nach einer Reihe von Mausklicks ein Gleisbildstellpult auf dem Computerbildschirm - und wieder ist eine neue Dimension des Spiels oder vorbildnahen Betriebs erreicht. Bisher erfolgt der Informationsfluß stets von den Steuergeräten - Fahrpulten, Stellpulten und PC per Interface - zu den mobilen Decodern in den Lokomotiven und den stationären Decodern der Weichen, Signale und anderer Funktionsmodelle auf der Modellbahnanlage. Entsteht nun der Wunsch, das Gleisbildstellpult auf dem Computer-Monitor auch mit einer Gleisbelegtmeldung wie beim Vorbild auszurüsten, kommt ein neuer Informationsfluß - jetzt von der Modellbahn zu den Steuergeräten - hinzu. Neben der Visualisierung freier und belegter Gleise können diese Informationen natürlich auch für andere Steuerungsaufgaben verwendet werden: Die Spanne reicht von der Steuerung des Schattenbahnhofes über Blockstellensicherung, Pendelzugsteuerung bis hin zum Fahrplanbetrieb. Dabei ist das Einbeziehen eines Computers nicht zwangsläufig mit einem automatischen Betrieb der Modellbahn gleichzusetzen, vielmehr übernimmt der Computer Steuerungs- und Überwachungsaufgaben zur Unterstützung des Modellbahners und zur Erzielung eines gleichermaßen unterhaltsamen wie vorbildorientierten Betriebs.

Warum ein zweites Digital-System zum Schalten und Melden?
Neben der aufgrund ihrer Kleinheit und der guten Motorregelung stets hochgelobten Lok-Decoder stellt der konstant schnelle SX-Bus als zentrales Kommunikationsmittel zwischen allen damit verbundenen Komponenten einen Vorteil im Vergleich zu anderen Digital-systemen dar. Dieser Vorteil wiegt dann besonders stark, wenn die Anlage mit einer PC-Steuerung aus- oder aufgerüstet und interessante aber damit komplexe Betriebsabläufe per Computer gesteuert werden sollen. Offensichtlich ist die Zuverlässigkeit und Präzision der überwachten und gesteuerten Abläufe in erster Linie von der Zeit abhängig, die benötigt wird, um die Informationen am Gleis aufzunehmen, über den Bus zum Interface und von dort weiter zum PC zu übertragen, im PC auszuwerten und dort die Folgeaktivitäten wie das Stellen von Weichen und Signalen oder eine Änderung der Fahrgeschwindigkeit an die jeweiligen Befehlsemfpänger zu übermitteln. Offensichtlich ist diese Kette nur so stark, wie das schwächste Glied! Bei der immens hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit üblicher PC stellen diese keine Beschränkung mehr dar. Entscheidend ist vielmehr die Übertragungsgeschwindigkeit der Informationen - und gerade hier unterscheiden sich die Digitalsysteme erheblich voneinander!

Was sind die Vorteile von rautenhaus digital®?
Das Bindeglied zwischen PC und Digitalsystem ist das Interface. Die beiden Interface-Bausteine SLX825 und SLX852 bieten eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 115.200 Baud (1 Baud = 1 bit pro Sekunde) - das ist bis zum zwölffachen der sonst meist üblichen 9.600 Baud! Die letzte an der Informationsübermittlung beteiligte Einheit ist der alle Komponenten verbindende Bus. Während der SX-Bus unabhängig von der Menge der zu übermittelnden Informationen eine konstant hohe Geschwindigkeit aufweist, sinkt bei den anderen Systemen wie LocoNet oder s88-Bus diese Geschwindigkeit. So werden im SX-Bus beispielsweise bis zu 824 Gleisbelegtmeldungen 13 mal pro Sekunde zum Interface transportiert und stehen dort zur Auswertung durch den PC bereit. Eine intelligente Steuerung im SLX852 entlastet auch noch den PC, indem nur veränderte Zustandsmeldungen zum PC weitergegeben werden.

Was bewirken die Unterschiede in der Praxis?
Arbeiten andere Systeme beispielsweise bei der Umsetzung einer computergesteuerten Blockstellen- oder Schattenbahnhof-Steuerung mit mehreren Meldeabschnitten, so reicht bei rautenhaus digital® hier ein einziger Meldeabschnitt! Die mehrfachen Meldeabschnitte dienen einer schrittweisen Verringerung der Fahrgeschwindigkeit des einfahrenden Zuges, erst der letzte Meldeabschnitt bremst das in "Schrittgeschwindigkeit" auf das Signal zu fahrende Fahrzeug bis zum Stillstand ab. Dagegen genügt bei rautenhaus digital® mit seinem kontant schnellen, lastunabhängigen SX-Bus eine einzige Meldestelle. Auf der Basis einer Echtzeitsteuerung per Weg-Zeit-Berechnung der Fahrzeuge und werden alle Fahrbewegungen sicher durchgeführt. Dies resultiert unmittelbar in einem geringeren Bedarf an Rückmelde-Decodern zur Gleisbelegtmeldung, damit auch weniger zu verarbeitender Informationen und somit zu einer Entlastung des Busses und des PC. Auf der Anlage werden darüber hinaus weniger Gleistrennstellen und weniger Verkabelung benötigt.

Fahren+Schalten und Melden oder Fahren und Schalten+Melden?
Während bei Fahren+Schalten und Melden nur die Rückmeldungen über rautenhaus digital® erfolgen, geschieht dies bei Fahren und Schalten+Melden sowohl für die Schaltbefehle als auch für die Rückmeldungen. Ein Mischbetrieb ist natürlich auch möglich. Beide Prinzipien können mit rautenhaus digital®-Komponenten komfortabel realisiert werden, je nach dem, wie weit Ihre Modellbahnanlage bereits ausgerüstet ist. Letztendlich ist neben der reinen Leistung auch der Preis ein Entscheidungsfaktor, hier sollten Sie unbedingt unsere 16fach-Funktionsdecoder zum Schalten von 16 (!) Weichen oder unsere SLX812 zusammen mit dem Weichenservoantrieb SLX860 in Ihre Vergleichsrechnung einbeziehen - wir scheuen diesen Vergleich nicht! Übrigens: Der Weichenservoantrieb heißt nicht umsonst "Flüsterantrieb", lassen auch Sie ihn doch auch mal zu Wort kommen.


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